Milliarden-Offenlegung verwundert Wall Street
Nvidias jüngster SEC-13F-Bericht hat die Finanzwelt aufgeschreckt. Der Chip-Gigant hält Positionen im Wert von 21 Milliarden Dollar in SpaceX und 30 Milliarden Dollar in Intel. Zusammen sind das über 50 Milliarden Dollar an Eigenkapitalinvestitionen. Allerdings geht es dabei nicht nur um die schiere Größe der Positionen. Vielmehr geht es um die Strategie dahinter, die Nvidias Rolle in der Branche grundlegend verändert.
Beide Unternehmen haben öffentlich geschworen, ausschließlich Nvidias Chips zu kaufen. SpaceX-Chef Elon Musk erklärte auf dem Q2-Earnings-Call, sein Unternehmen setze auf Nvidias Architektur für Training und Inferenz. Intel wiederum ko-entwickelt mit Nvidia künftige Chip-Generationen für Rechenzentren und PCs. Nvidia finanziert also seine eigenen Großkunden mit Milliardenbeträgen und bindet sie gleichzeitig vertraglich an sich.
Von 5 Milliarden zu 30 Milliarden: Der Intel-Coup
Besonders bemerkenswert ist die Intel-Position. Im September 2025 investierte Nvidia gerade einmal 5 Milliarden Dollar in den angeschlagenen Halbleiter-Hersteller. Dafür erhielt das Unternehmen 214,8 Millionen neu ausgegebene Aktien zum Preis von 23,28 Dollar pro Aktie. Bis zum 30. Juni 2026 war diese Position auf etwa 30 Milliarden Dollar angewachsen. Das entspricht einem unrealisierten Gewinn von 25 Milliarden Dollar in weniger als sieben Monaten. Damit zählt dieser Deal zu den profitabelsten strategischen Investitionen der jüngeren Halbleitergeschichte.
Allerdings war der finanzielle Ertrag nie der alleinige Grund für die Investition. Als Teil der Vereinbarung verpflichteten sich beide Unternehmen zur gemeinsamen Chip-Entwicklung. Nvidia erhält dadurch Zugang zu Intels fortschrittlicher Verpackungs- und Fertigungstechnologie. Intel bekommt im Gegenzug die wichtigste Kundenaussage der gesamten Branche. Zudem sichert sich Nvidia priorisierten Zugang zu Intels 18A-Prozessknoten, was die Abhängigkeit von TSMC verringert.
SpaceX-Anteil durch xAI-Übernahme
Der SpaceX-Anteil entstand auf einem ganz anderen Weg. Nvidia hatte im Januar 2026 bis zu 2 Milliarden Dollar in Musks KI-Start-up xAI investiert. Daraus entstand eine 10-Milliarden-Dollar-Finanzierungsrunde, an der auch Valor Equity Partners, die Qatar Investment Authority und Fidelity teilnahmen. Im Februar 2026 übernahm SpaceX das Start-up in einem Aktien-Deal, der die kombinierte Einheit mit 1,25 Billionen Dollar bewertete. Nvidias xAI-Anteile verwandelten sich dadurch in SpaceX-Aktien.
Zum 30. Juni betrug dieser Anteil 122,8 Millionen Aktien im Wert von 21 Milliarden Dollar. Seit dem Börsengang im Juni ist der Kurs jedoch gefallen. Aktuell liegt der Wert bei etwa 17,2 Milliarden. Dennoch bleibt Nvidia der sechstgrößte SpaceX-Investor nach Musk selbst, Alphabet und anderen.
Doppeltes Risiko und versteckte Abhängigkeit
Kritiker sehen ein strukturelles Problem. Wenn SpaceX oder Intel schlechte Quartalsergebnisse liefern, trifft es Nvidia doppelt. Erstens als Chip-Lieferant mit sinkenden Einnahmen, zweitens als Anteilseigner mit schrumpfendem Portfolio-Wert. Nvidia hat seine Abhängigkeit vom KI-Infrastruktur-Boom also verdoppelt, ohne dies offensiv zu kommunizieren.
Zudem stehen weitere kleinere Positionen im Bericht. Nvidia hält Anteile an Coherent, Generate Biomedicines, Nebius, Nokia und Synopsys. Das Gesamtbild zeigt einen Konzern, der sich vom reinen Chip-Hersteller zum strategischen Finanzinvestor wandelt. Analysten warnen, dass diese Garantien im Boom nahezu kostenlos wirken, aber bei einem Abschwung prozyklisch werden und Nvidia zum Halten von Verpflichtungen zwingen könnten.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und von einem Menschen redaktionell geprüft.