Washington wirft Peking systematischen KI-Diebstahl vor
Die US-Regierung hat China beschuldigt, amerikanische KI-Modelle in großem Stil illegal zu kopieren. Ein Memorandum des Wissenschaftsberaters Michael Kratsios beschreibt staatlich gesteuerte Destillationskampagnen gegen US-KI-Unternehmen. Die Vorwürfe markieren eine neue Eskalationsstufe im Technologiekonflikt zwischen den beiden Ländern.
Wie die Destillation funktioniert
Bei der sogenannten Destillation handelt es sich um einen technischen Prozess, bei dem größere Modelle in kleinere, effizientere Varianten überführt werden. Die US-Regierung wirft China vor, diese Technik zu nutzen, um die Fähigkeiten amerikanischer Spitzenmodelle zu kopieren, ohne die ursprünglichen Forschungskosten tragen zu müssen.
Michael Kratsios beschrieb die Situation in einem Memorandum als systematischen Diebstahl. Die Akteure nutzten zehntausende Proxy-Konten und verschiedene Jailbreaking-Techniken, um an die internen Denkschritte der Modelle zu gelangen. Diese sogenannten Gedankenketten sind besonders wertvoll, weil sie den Modellen helfen, komplexe Aufgaben zu lösen. Das Erlernen dieser Denkschritte erfordert jedoch einen aufwendigen und datenintensiven Prozess.
Die Konsequenzen für die Branche
Die resultierenden Modelle erreichen auf ausgewählten Benchmarks ähnliche Leistungen wie die Originale, bei einem Bruchteil der Entwicklungskosten. Das untergräbt die Investitionsanreize für amerikanische und europäische Unternehmen, die Milliarden in die Entwicklung von Frontier-Modellen stecken.
Die US-Regierung plant verschärfte Exportkontrollen für KI-Modelle und Training-Daten. Zudem sollen bestehende Sanktionen gegen chinesische Technologieunternehmen ausgeweitet werden, wie auch Reuters berichtet. Auch unser Bericht zum KI-Diebstahl zeigt diese Entwicklung.