Pentagon holt Tech-Giganten für 725 Milliarden Dollar zusammen
Das US-Verteidigungsministerium hat innerhalb weniger Monate Verträge mit acht großen Technologiekonzernen abgeschlossen. Diese geben deren KI-Technologie für geheime militärische Netzwerke frei. SpaceX, OpenAI, Google, Nvidia, Reflection, Microsoft, Amazon Web Services und Oracle stehen auf der Liste. Der Deal trägt die offizielle Bezeichnung Classified Networks AI Agreements. Er zielt darauf ab, die Transformation hin zu einer KI-zentrierten Streitkraft zu beschleunigen.
Die Ankündigung des Pentagons spricht von Entscheidungsüberlegenheit in allen Bereichen der Kriegsführung. Was jedoch so abstrakt klingt, hat konkrete Auswirkungen auf die beteiligten Unternehmen und ihre Belegschaften.
Proteste ignorieren, Verträge unterschreiben
Am selben Tag, an dem Google seinen Vertrag mit dem Pentagon unterzeichnete, erreichte CEO Sundar Pichai ein offener Brief seiner eigenen Mitarbeiter. Mehr als 600 Angestellte, darunter zahlreiche Forscher aus dem KI-Labor DeepMind, forderten die Ablehnung jeglicher klassifizierter Zusammenarbeit mit dem US-Militär. Sie wollten, dass KI der Menschheit nützt, und nicht, dass sie auf unmenschliche Weise eingesetzt wird.
Der Brief präzisierte die Bedenken. Klassifizierte Aufträge verhinderten nämlich, dass Google-Vertreter überhaupt nachvollziehen könnten, wie die Technologie konkret eingesetzt wird. Die einzige Möglichkeit, Association mit solchen Schäden zu vermeiden, bestehe in der kategorischen Ablehnung geheimer Militäraufträge. Google reagierte mit einer Selbstverpflichtung, wie auch Reuters berichtet.
Rechtliche Lücken als Feature
Der Vorwurf lautet: Die Verträge enthalten bewusst vage Formulierungen. Diese erlauben es dem Pentagon, die Technologie für Zwecke einzusetzen, die die Unternehmen öffentlich ablehnen. OpenAI hat zwar drei rote Linien definiert. Keine Massenüberwachung im Inland, keine autonomen Waffen, keine automatisierten Hochrisiko-Entscheidungen. Kritiker bezweifeln jedoch, dass diese Selbstverpflichtungen in der Praxis durchsetzbar sind.
Zudem zeigt der Kontrast zwischen öffentlichen Zusagen und geheimen Verträgen ein grundlegendes Problem der KI-Industrie. Unternehmen profitieren von Militärverträgen, während sie gleichzeitig von verantwortungsvoller KI-Entwicklung sprechen. Diese Diskrepanz wird zunehmend von Mitarbeitern und der Öffentlichkeit hinterfragt. Auch unser Bericht zu KI-Sicherheitslücken zeigt dieses Spannungsfeld.