Samsung Bixby wird zum KI-Agenten: One UI 8.5 macht den Assistenten gesprächig

von Marcel Buchholz 31. Mai 2026 2 Min. Lesezeit News

Samsung gibt Bixby ein radikales Upgrade. Mit One UI 8.5 verwandelt sich der ehemals schwache Sprachassistent in einen konversationellen KI-Agenten, der Smartphones mit natürlicher Sprache steuert. Die Partnerschaft mit Perplexity bringt zudem Echtzeit-Wissen aus dem Web direkt in die Bixby-Oberfläche.

Natürliche Sprache statt Menüsuche

Bisher musste man bei Bixby exakte Befehle auswendig kennen. Das ändert sich jetzt grundlegend. Nutzer beschreiben einfach, was sie möchten, und der Assistent versteht die Absicht dahinter. Sätze wie „Ich möchte nicht, dass der Bildschirm ausgeht, während ich draufschaue“ reichen aus. Bixby aktiviert dann automatisch die Funktion „Bildschirm eingeschaltet lassen“. Zudem schlägt der Assistent Lösungen vor, wenn Nutzer fragen, warum etwas auf ihrem Gerät passiert.

Diese Fähigkeit baut auf der natürlichen Spracheingabe auf, die Samsung bereits mit One UI 7 in den Einstellungen eingeführt hat. Damals konnte man Suchbegriffe wie „meine Augen sind müde“ eingeben, um Helligkeitsoptionen zu finden. Jetzt überträgt Samsung dieses Prinzip auf den gesamten Assistenten. Die Weiterentwicklung markiert einen deutlichen Sprung.

Perplexity-Integration bringt Echtzeitwissen

Für Fragen, die über die Gerätesteuerung hinausgehen, greift Bixby auf Perplexity zurück. Die KI-Suchmaschine liefert aktuelle Antworten direkt in der Bixby-Oberfläche, ohne dass Nutzer einen Browser öffnen müssen. Wer beispielsweise nach „Hotels in Seoul mit Kinderpool“ fragt, erhält passende Ergebnisse im Assistenten selbst.

Diese Integration wirft allerdings Fragen zur bisherigen Google-Partnerschaft auf. Die Galaxy-S-Serie wurde bisher prominent mit Gemini beworben. Mit dem neuen Bixby könnte Samsung die Google-Abhängigkeit reduzieren und einen eigenen KI-Assistenten aufbauen.

Redesign mit Gesprächsverlauf

Samsung hat auch die Benutzeroberfläche von Bixby komplett überarbeitet. Ähnlich wie bei ChatGPT oder Gemini werden nun alle Gesprächsverläufe in einem Menü auf der linken Bildschirmseite angezeigt. Nutzer können frühere Dialoge wieder aufnehmen und nahtlos weiterführen. Das macht den Assistenten zu einem echten Begleiter statt einem einmaligen Befehlsempfänger.

Verfügbarkeit und Sprachen

Die neue Bixby-Version ist aktuell Teilnehmer der One UI 8.5 Beta in sechs Märkten vorbehalten: Deutschland, Indien, Südkorea, Polen, Großbritannien und den USA. Unterstützt werden 12 Sprachvarianten, darunter Deutsch, Englisch, Französisch, Japanisch, Koreanisch und Mandarin. Eine breitere Ausrollung soll mit dem stabilen One UI 8.5 Update in den kommenden Wochen erfolgen, voraussichtlich zusammen mit dem Galaxy S26.

Was bedeutet das für den KI-Markt?

Der Relaunch von Bixby zeigt, wie sich der Wettbewerb unter KI-Assistenten verschärft. Apple bringt mit iOS 27 einen komplett überarbeiteten Siri auf den Markt, der als eigenständige App agieren soll. Google integriert Gemini Intelligence tief in Android. Samsung positioniert sich mit Perplexity als dritte Kraft, die nicht auf einen einzigen KI-Anbieter angewiesen ist.

Für Nutzer bedeutet die Konkurrenz mehr Auswahl und bessere Assistenten. Allerdings stellt sich die Frage nach dem Datenschutz: Perplexity verarbeitet Suchanfragen auf eigenen Servern, während On-Device-Funktionen lokal bleiben. Samsung hat dazu noch keine detaillierten Aussagen gemacht.

MB

Marcel Buchholz

Autor bei AIWavez. Die Zukunft von heute: Alles über Künstliche Intelligenz.