Sam Altmans Wette auf Rechenpower: Kann KI wirklich Krebs heilen?

von Marcel Buchholz 21. April 2026 2 Min. Lesezeit News

Sam Altmans Wette auf Rechenpower

OpenAI-CEO Sam Altman hat in einem Blogpost seine Vision dargelegt. KI-Infrastruktur im Gigawatt-Maßstab, die vielleicht Krebs heilen oder personalisierte Nachhilfe für jeden Schüler ermöglichen könnte. Die Ankündigung fiel zusammen mit Nvidias Investitionsplänen über bis zu 100 Milliarden Dollar. Doch hinter dem großen Versprechen lauern jedoch kritische Fragen.

Jede Woche ein Gigawatt neue Infrastruktur

Altman beschreibt seine Vision als eine Art KI-Fabrik. Sie soll jede Woche ein Gigawatt neue KI-Infrastruktur produzieren können. Die Umsetzung sei extrem schwierig und werde Jahre dauern. Aber wenn KI auf dem erwarteten Entwicklungspfad bleibe, würden erstaunliche Dinge möglich.

Konkret nennt er zwei Beispiele. Vielleicht könne KI mit 10 Gigawatt Rechenleistung herausfinden, wie man Krebs heilt. Oder wie man jedem Schüler auf der Welt personalisierte Nachhilfe gibt. Das sind enorme Versprechen. Sie kommen jedoch mit ebenso enormen Energiekosten, wie sein Blogpost zeigt.

Rechenpower als entscheidender Faktor

Altman bestätigt damit indirekt eine zentrale These. Der eigentliche Wettbewerbsvorteil bei KI entsteht nicht durch die Modelle allein, sondern durch die zugrundeliegende Infrastruktur. Einerseits, um möglichst viele Nutzer möglichst günstig zu versorgen. Andererseits, um energiehungrige KI-Modelle mit der nötigen Power zu versorgen.

Im internationalen Vergleich sieht Altman die USA unter Zugzwang. Andere Länder, offensichtlich China, investieren deutlich schneller in Chip-Produktion und neue Energien. Das KI-Wettrüsten um globale Vorherrschaft ist nämlich längst eröffnet. Auch Nvidia-Chef Huang warnt vor den Folgen dieses Wettrüstens.

Zirkuläres Geschäftsmodell oder echter Fortschritt?

Kritiker sehen in der Partnerschaft zwischen OpenAI und Nvidia ein klassisches Beispiel für das wachsende Zirkelgeschäft der KI-Branche. Investoren wie Nvidia pumpen Milliarden in Start-ups wie OpenAI. Dabei unter der Bedingung, dass das Geld direkt wieder für Nvidia-Hardware ausgegeben wird.

Das Kapital bleibt folglich im eigenen Konzernkreislauf. Wenn es als Umsatz zurückkehrt, steigt der Wert für Nvidia sogar noch. Die Kapitalmärkte bewerten die gemeldeten Verkaufszahlen nämlich mit einem Vielfachen des tatsächlichen Betrags.

Was bleibt von Altmans Vision?

Die Frage, ob KI mit ausreichend Rechenpower Krebs heilen kann, ist berechtigt. Die Antwort erfordert jedoch mehr als nur mehr Hardware. Sie erfordert bessere Daten, bessere Modelle und vor allem bessere Fragen. Energie ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für Durchbrüche in der Medizin.

Altmans Vision ist inspirierend. Sie sollte aber nicht davon ablenken, dass die KI-Industrie ihre Hausaufgaben machen muss. Transparente Geschäftsmodelle, nachhaltige Investitionen und realistische Zeitpläne stehen nämlich noch aus. OpenAI steht ohnehin unter Druck, diese Versprechen einzulösen.

MB

Marcel Buchholz

Autor bei AIWavez. Die Zukunft von heute: Alles über Künstliche Intelligenz.