OpenAI verpasst ChatGPT einen Assistenten, der auch im Schlaf arbeitet

von Marcel Buchholz 22. April 2026 2 Min. Lesezeit Software & Entwicklung

OpenAI verpasst ChatGPT einen Assistenten, der auch im Schlaf arbeitet

OpenAI stattet ChatGPT mit sogenannten Workspace-Agents aus. Die neuen Agenten, angetrieben von der Codex-Technologie, automatisieren komplexe Team-Workflows. Sie arbeiten nämlich eigenständig weiter, selbst wenn der Nutzer nicht vor dem Bildschirm sitzt. Deshalb positioniert das Unternehmen die Funktion als Nachfolger der bisherigen Custom-GPTs.

Von Custom-GPTs zu autonomen Agents

Custom-GPTs haben in den vergangenen Monaten eine feste Nutzerbasis aufgebaut. Unternehmen und Einzelpersonen konnten damit spezialisierte Chatbots für bestimmte Aufgaben erstellen, ohne selbst programmieren zu müssen. OpenAI schreibt diesen Ansatz nun fort. Die Agents reagieren nämlich nicht mehr nur auf Nutzeranfragen, sondern agieren eigenständig im Hintergrund.

Zudem übernimmt ein Workspace-Agent wiederkehrende Aufgaben wie das Erstellen von Berichten. Oder das Beantworten von Kundenanfragen in bestimmten Zeitfenstern. Oder das Zusammenfassen von Dokumenten aus einem geteilten Laufwerk. Der Nutzer definiert den Workflow einmal, der Agent führt ihn danach automatisch aus.

Offline-Fähigkeit als zentrales Merkmal

Die vielleicht wichtigste Neuerung ist die Offline-Fähigkeit. Bisherige KI-Assistenten benötigten eine aktive Sitzung mit kontinuierlicher Verbindung. Allerdings können Workspace-Agents ihre Arbeit unterbrechen und zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen. Ohne dass der Nutzer eingreifen muss.

Das spart nicht nur Zeit, sondern ermöglicht auch Szenarien, die bisher unrealistisch waren. Ein Agent kann etwa über Nacht einen vollständigen Marktbericht erstellen. Dabei trägt er Daten aus verschiedenen Quellen zusammen und bereitet sie strukturiert auf, wie auch OpenAI bestätigt.

Codex als technische Grundlage

Die Workspace-Agents basieren auf Codex, OpenAIs Modell für Coding-Aufgaben. Das Unternehmen nutzt die Erfahrungen aus der automatisierten Programmierarbeit und überträgt sie auf allgemeinere Workflows. Die Fähigkeit, codeähnliche Anweisungen präzise auszuführen, soll auch bei textbasierten Aufgaben zum Tragen kommen.

OpenAI betont, dass die Agents für Geschäftsszenarien entwickelt wurden. Dort sind Zuverlässigkeit und Reproduzierbarkeit wichtiger als kreative Flexibilität. Ein Agent, der eine monatliche Auswertung erstellt, soll jedes Mal dasselbe Format verwenden. Unabhängig davon, welche Datenquellen gerade verfügbar sind. Auch unser Bericht zu OpenAI Codex zeigt diese Entwicklung.

MB

Marcel Buchholz

Autor bei AIWavez. Die Zukunft von heute: Alles über Künstliche Intelligenz.