OpenAI verlässt das reine Software-Geschäft und steigt in die Hardware ein. Sam Altman hat am 31. Mai 2026 die Gründung der internen Abteilung OpenAI Robotics bekanntgegeben. Die neue Division soll humanoide Roboter entwickeln und herstellen. Damit tritt das Unternehmen direkt gegen Tesla Optimus und Figure an.
Welt-Simulation wird zur Roboter-Abteilung
Die neue Robotics-Sparte ist aus dem bestehenden Forschungsprogramm zur Welt-Simulation hervorgegangen. Aditya Ramesh, bekannt als Schöpfer der DALL-E-Modelle, leitet die Division. Altman sprach von einer Entwicklung, die auf der Grundlage von Co-Design zwischen Robotik-Hardware und maschinellem Lernen beruht. Zudem betonte er, dass der Fortschritt rasend schnell sei.
Kurzfristig zielt OpenAI auf Roboter ab, die Facharbeiter beim Bau künftiger Infrastruktur unterstützen. Langfristig allerdings malt Altman die Vision eines persönlichen Roboters für jeden Haushalt. Das erinnert an NVIDIAs Cosmos 3, das ebenfalls künstliche Intelligenz in physische Systeme bringen will.
11 Stellenanzeigen verraten die Pläne
Die veröffentlichten Job-Ausschreibungen zeigen, dass OpenAI nicht einfach fertige Komponenten zusammenbaut. Das Unternehmen sucht talentierte Ingenieure für ganz spezifische Aufgaben. Unter den 11 offenen Positionen in San Francisco befinden sich Schlüsselrollen für das gesamte Hardware-Ökosystem.
Ein Actuator Design Engineer soll kundenspezifische elektromechanische Aktoren entwickeln. Dazu gehören Systemstudien zu Drehmomentdichte, Effizienz und thermischer Architektur. Ein Simulation Realism Engineer bearbeitet die sim-to-real-Lücke zwischen virtueller Trainingsumgebung und echtem Roboter. Außerdem sucht OpenAI einen Operations Manager für groß angelegte Datenerfassung mit einer großen Belegschaft an mehreren Standorten.
Der Bruch mit Figure als Auslöser
Die Gründung der eigenen Roboter-Abteilung wirft neues Licht auf den spektakulären Bruch mit Figure im März 2026. Figure-CEO Brett Adcock hatte damals erklärt, seine KI-Teams hätten OpenAI übertrumpft. OpenAI habe es an täglicher Präsenz an physischer Hardware fehlen lassen.
Adcock enthüllte zudem, dass Altman ihn angerufen habe, um einen internen Roboter-Einstieg anzudeuten. Daraufhin beendete Adcock die Partnerschaft. Jetzt, wo OpenAI Stellen für physische Prototypen ausschreibt, wird deutlich: Das Unternehmen hat aus dem Rauswurf gelernt und setzt auf einen integrierten Hardware-Software-Ansatz.
Die Konkurrenz schläft nicht
OpenAI tritt in einen Markt, der bereits gut besetzt ist. Tesla treibt seinen Humanoid-Roboter Optimus voran. Figure hat mit dem abgebrochenen OpenAI-Deal eigene Wege gefunden. Dazu kommen Unternehmen wie Agility Robotics und Apptronik, die bereits funktionierende Prototypen zeigen.
Der Vorteil von OpenAI liegt in der überlegenen Software. Die Integration großer Sprachmodelle mit physischer Intelligenz könnte den Durchbruch bringen. Dennoch bleibt die Frage, ob ein Softwareunternehmen die Herausforderungen der Massenfertigung meistert. NVIDIA und Microsoft haben mit RTX Spark gezeigt, wie Hardware und KI-Agenten verschmelzen.
Risiken und offene Fragen
Der Aufbau einer eigenen Hardware-Fertigung ist kapitalintensiv und fehleranfällig. Lieferkettenengpässe, Qualitätskontrolle und Zertifizierung kosten Zeit und Geld. OpenAI hat zwar Milliarden an Finanzierung, jedoch keine Erfahrung in der Massenproduktion physischer Geräte.
Darüber hinaus stellt sich die Frage nach den Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Wenn Humanoide Infrastruktur bauen und Haushaltsaufgaben erledigen, verändern sich ganze Berufsfelder. Die Gesellschaft muss rechtliche und ethische Rahmenbedingungen schaffen, bevor solche Roboter flächendeckend eingesetzt werden.
Trotz dieser Hürden signalisiert OpenAI Robotics einen Wendepunkt. Die Grenze zwischen digitaler und physischer Intelligenz verschwindet zunehmend. Altman setzt darauf, dass das Unternehmen, das die beste KI-Software baut, auch den besten Roboter liefern kann.