OpenAI löst Preparedness-Team auf: Sicherheits-Exodus vor dem IPO

von Marcel Buchholz 15. August 2026 2 Min. Lesezeit News

Sechste Sicherheits-Führungskraft in zwei Jahren gegangen

OpenAI hat im Juli stillschweigend sein Preparedness-Team aufgelöst. Die Financial Times berichtete erstmals am 14. August darüber. Das Team sollte prüfen, ob KI-Modelle katastrophale Risiken darstellen und wie sich diese verhindern lassen. Statt die Gruppe neu zu besetzen, verschob OpenAI die verbliebenen Sicherheitsmitarbeiter in die Forschungsabteilung unter Vizepräsidentin Mia Glaese. Zugleich verließ Johannes Heidecke den Konzern. Er leitete die Safety-Systems-Abteilung, die Modelle auf gefährliche Fähigkeiten untersuchte. Heidecke ist mindestens die fünfte ranghohe Sicherheits-Führungskraft, die OpenAI seit 2024 verlassen hat. Chloé Bakalar, die einzige KI-Ethikerin des Unternehmens, ging im Juli nach weniger als einem Jahr. Joshua Achiam, ehemaliger Leiter des Mission-Alignment-Teams, verließ OpenAI nach neun Jahren.

Mission-Alignment-Team bereits im Februar aufgelöst

Das Muster ist nicht neu. Bereits im Februar 2026 löste OpenAI das Mission-Alignment-Team auf, das im September 2024 gegründet worden war. Es überlebte lediglich 17 Monate. Sechs bis sieben Mitglieder wurden umverteilt. OpenAI nannte die Einheit eine Support-Funktion, was genau beschreibt, wie viel Durchsetzungskraft sie besaß. Etwa die Hälfte der Sicherheitsforscher hat OpenAI seit 2023 verlassen. Jede einzelne Nachfolgebesetzung mag fachlich kompetent sein. Doch eine Challenge-Funktion lebt von institutionellem Wissen, politischem Kapital und der Fähigkeit, Nein zu sagen. Diese Ressourcen wandern mit den Abgehenden aus. Wie wir bereits berichteten, ist die Sicherheit von KI-Systemen ein wachsendes Problem.

Lightcap und Dresser verlassen den Konzern innerhalb von 48 Stunden

Die Abgänge beschränken sich nicht auf Sicherheitsposten. Am 11. August kündigte Brad Lightcap an, das Unternehmen nach acht Jahren zu verlassen. Der langjährige CFO und spätere COO will etwas Neues gründen. Nur 48 Stunden später folgte Chief Revenue Officer Denise Dresser, die erst seit Dezember 2025 im Amt war. Ihr Nachfolger steht bereits fest: Dali Rajic, ehemals Präsident und COO von Wiz. Zwei C-Level-Abgänge an zwei aufeinanderfolgenden Tagen erzeugen Schlagzeilen. OpenAI verbucht gleichzeitig jährliche Einnahmen von über 40 Milliarden Dollar. Der Gleichlauf von Rekordumsatz und Führungskrise ist kein Widerspruch. Er ist das Muster eines Unternehmens, das sich für den Börsengang neu sortiert.

Was der IPO mit der Sicherheit zu tun hat

OpenAI hat Berichten zufolge vertraulich bei Goldman Sachs und Morgan Stanley eingereicht. Die Bewertung soll zwischen 730 und 850 Milliarden Dollar liegen. Die geplante Emission könnte bis zu 60 Milliarden einbringen und wäre der größte Börsengang der Geschichte, wie CNBC berichtet. Ein börsennotiertes Unternehmen steht unter Quartalsdruck. Sicherheitsfunktionen, deren Aufgabe Verzögerung ist, sind in diesem Umfeld strukturell benachteiligt. Das bedeutet nicht, dass OpenAI die Sicherheit aufgibt. Die Veröffentlichungen zum Astra-Preparedness-Framework und zu GPT-5.6-Cyber-Red-Team sind substantiell. Die Frage ist, ob die interne Bremse noch funktioniert, wenn eine Markteinführung auf dem Spiel steht.

Anthropic als Kontrastfolie

Der Vergleich mit Anthropic drängt sich auf. Dario Amodeis Unternehmen hat Sicherheitscommitments in seine Governance-Struktur eingebettet. OpenAI hat diese Bindungen schrittweise gelockert. Die Kapitalstruktur wurde 2024 von gemeinnützig auf gewinnorientiert umgestellt. Das Preparedness-Team ist die jüngste Sicherheitsinstanz, die verschwunden ist. Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und von einem Menschen redaktionell geprüft.

MB

Marcel Buchholz

Autor bei AIWavez. Die Zukunft von heute: Alles über Künstliche Intelligenz.