OpenAI peilt den größten Börsengang der Technikgeschichte an
OpenAI reicht dieser Tage einen vertraulichen IPO-Prospekt bei der US-Börsenaufsicht ein. Das berichten CNBC und das Wall Street Journal übereinstimmend unter Berufung auf Insider. Goldman Sachs und Morgan Stanley begleiten die Transaktion. Zudem zielt das Unternehmen auf einen Börsengang im September 2026 ab. Der OpenAI IPO könnte mit einer angestrebten Kapitalaufnahme von 60 Milliarden Dollar zum größten Börsengang aller Zeiten werden.
Bewertung jenseits der Billionenmarke
Private Investoren bewerten OpenAI aktuell mit mehr als 852 Milliarden Dollar. Bei einem Börsengang könnte die Bewertung sogar über eine Billion Dollar steigen. Damit würde das Unternehmen hinter Berkshire Hathaway auf Platz 14 der wertvollsten Unternehmen weltweit landen. Allerdings hat OpenAI bisher keinen Gewinn erwirtschaftet. Prognosen gehen davon aus, dass das Unternehmen 2026 allein 14 Milliarden Dollar verlieren könnte. Kumulierte Verluste könnten 44 Milliarden Dollar erreichen, bevor 2029 die Profitabilität eintritt. Folglich steht die Frage im Raum, wie die Börse ein verlustreiches Geschäftsmodell bewerten wird.
Wettrennen mit SpaceX und Anthropic
OpenAI ist nicht allein auf dem IPO-Markt. Elon Musks SpaceX hat bereits seinen Prospekt eingereicht und peilt eine Bewertung zwischen 1,75 und 2 Billionen Dollar an. Damit konkurrieren die beiden Firmen um den größten Börsengang der Geschichte. Zudem strebt Anthropic, der Macher von Claude, eine Bewertung von 900 Milliarden Dollar an. Anthropic hat OpenAI beim Umsatz überholt und verzeichnet mittlerweile 30 Milliarden Dollar annualisierte Umsatzerlöse. Das Rennen der KI-Giganten auf die Wall Street wird somit zu einem Dreikampf.
Was Anleger erwartet und welche Risiken bleiben
Der OpenAI IPO würde erstmals direktes Investment in ein reines KI-Unternehmen ermöglichen. Bisher können Anleger nur über Nvidia, Microsoft oder Cloud-Anbieter in KI investieren. Eine OpenAI-Listung würde diese Lücke schließen. Dennoch bleiben gewaltige Fragezeichen. OpenAI verbrennt Geld in historischem Tempo. Der Konkurrent Anthropic hat kürzlich seinen ersten Quartalsgewinn gemeldet, während OpenAI weiterhin tief in den roten Zahlen steckt. Außerdem verlor Sam Altman erst diese Woche den Gerichtsprozess gegen Elon Musk, der OpenAI-Gründer neben ihm war. Die Jury befand, dass Musk zu lange mit der Klage gewartet hatte.
Fazit: Ein historischer Moment mit offenen Fragen
Der OpenAI IPO markiert einen Wendepunkt für die KI-Industrie. Wenn das Unternehmen im September an die Börse geht, wird das die Bewertungen im gesamten Technologiesektor beeinflussen. Investoren bekommen endlich Zugang zum bekanntesten KI-Unternehmen der Welt. Jedoch bleiben die Geschäftsmodell-Risiken erheblich. Der Ausgang dieses Börsengangs wird zeigen, ob die Wall Street bereit ist, milliardenschwere Verluste für das Versprechen zukünftiger Gewinne zu akzeptieren.