OpenAI Chronicle: Wie Codex die Bildschirmaufzeichnung für Kontext nutzt

von Marcel Buchholz 21. April 2026 2 Min. Lesezeit Software & Entwicklung

OpenAI Chronicle: Bildschirmaufzeichnung als Kontext

OpenAI hat Chronicle für seine Codex-App vorgestellt. Die neue Funktion nutzt Bildschirmaufnahmen, um automatisch Erinnerungen zu erstellen. Diese verwendet Codex jedoch als Kontext für zukünftige Aufgaben. Außerdem versteht Codex, worauf sich Nutzer beziehen, welche Tools sie verwenden und an welchen Projekten sie arbeiten. Ohne dass eine erneute Erklärung nötig ist.

Chronicle funktioniert im Hintergrund

Chronicle läuft im Hintergrund und erstellt per KI-Agenten Zusammenfassungen aus Bildschirmaufnahmen. Diese werden lokal als Markdown-Dateien gespeichert. Die Aufnahmen selbst werden jedoch nur temporär gespeichert und laut OpenAI nach sechs Stunden gelöscht.

Die Funktion ist zunächst als Opt-in-Vorschau für ChatGPT-Pro-Abonnenten auf macOS verfügbar. Allerdings nicht in der EU, Großbritannien und der Schweiz. Aktiviert wird Chronicle in den Codex-Einstellungen unter Personalization. Zuerst muss Memories eingeschaltet werden, dann Chronicle.

Die Technik dahinter

OpenAI nutzt Bildschirmaufnahmen, um das Kontextverständnis von Codex zu verbessern. Wenn ein Nutzer an einem bestimmten Projekt arbeitet, kann Codex dies aus den Chronicle-Erinnerungen erkennen. Daher stellt es relevante Informationen bereit, ohne dass der Nutzer jedes Mal den Kontext neu erklären muss.

Das ist ein signifikanter Fortschritt gegenüber rein textbasierten Kontextfenstern. KI-Systeme beobachten nämlich und lernen aus tatsächlichen Arbeitsabläufen. Auch ChatGPTs Memory Sources zeigen, wie OpenAI an persönlichem Kontext arbeitet.

Die Risiken

OpenAI weist darauf hin, dass Chronicle die verfügbaren Rate-Limits schnell aufbrauchen kann. Das Risiko von Prompt-Injection-Angriffen erhöht sich ebenfalls. Dabei werden nämlich bösartige Anweisungen über angezeigte Webseiten eingeschleust. Zudem werden die Erinnerungen unverschlüsselt auf dem Gerät gespeichert.

Diese Risiken zeigen: Der Übergang von passiven Assistenten zu aktiven Beobachtern bringt neue Sicherheitsherausforderungen mit sich. Die sind jedoch noch nicht vollständig gelöst, wie auch unser ursprünglicher Bericht zeigte.

Ein Schritt Richtung proaktiver KI

Chronicle zeigt jedoch, wohin die Entwicklung geht. KI-Systeme werden nicht nur auf Anfrage aktiv, sondern beobachten kontinuierlich und lernen aus dem Arbeitskontext. Das ist ein Paradigmenwechsel. Weg von reaktiven Tools, hin zu proaktiven Assistenten, die den Nutzer im Voraus verstehen. Die Frage bleibt jedoch, ob Nutzer diese Form der permanenten Beobachtung akzeptieren werden.

MB

Marcel Buchholz

Autor bei AIWavez. Die Zukunft von heute: Alles über Künstliche Intelligenz.