OpenAI bietet Trump 5 Prozent: 43 Milliarden Dollar für den Einfluss

von Marcel Buchholz 02. Juli 2026 2 Min. Lesezeit Politik

OpenAI hat der US-Regierung ein Angebot gemacht, das seinesgleichen sucht. Das Unternehmen hat vorgeschlagen, der Trump-Administration 5 Prozent seiner Anteile zu überlassen. Bei einer Bewertung von 852 Milliarden Dollar entspricht das einem Wert von über 43 Milliarden Dollar. Der Vorschlag zielt auf einen Public Wealth Fund ab, der amerikanische Bürger an den Gewinnen der KI-Revolution beteiligen soll.

Public Wealth Fund nach Alaska-Vorbild

Der Plan orientiert sich am Alaska Permanent Fund. Dieser staatliche Fonds investiert Einnahmen aus dem Ölgeschäft und zahlt Dividenden an Bürger und Regierung. OpenAI-CEO Sam Altman argumentiert, dass die Öffentlichkeit einen finanziellen Anteil an KI-Gewinnen haben sollte. Konkret sollen alle führenden US-KI-Unternehmen 5 Prozent ihrer Anteile in diesen gemeinsamen Fonds einbringen. Allerdings ist unklar, ob Anthropic, Meta oder Google dazu bereit wären.

Altman hat bereits direkt mit Präsident Trump, Handelsminister Howard Lutnick und Finanzminister Scott Bessent verhandelt. Zudem führte er Gespräche mit dem demokratischen Senator Bernie Sanders. Sanders fordert allerdings weit mehr: Er möchte nahezu 50 Prozent öffentlichen Besitz an jedem US-KI-Unternehmen durch einen Sovereign Wealth Fund.

Politische Gegenleistung für Regulierungsspielraum

Kritiker sehen den Vorschlag als strategischen Schachzug. OpenAI und Anthropic mussten kürzlich die Veröffentlichung ihrer stärksten Modelle auf Druck der Regierung stoppen. Die GPT-5.6-Serie ist nur für ausgewählte Partner zugänglich. Ein staatlicher Anteil könnte künftige Regulierungsvorhaben abfedern. Falls OpenAI in finanzielle Schwierigkeiten gerät, wird eine Regierung mit 5-Prozent-Beteiligung eher zur Rettung bereit sein.

Außerdem wächst der politische Druck auf die KI-Branche. Rechenzentren verbrauchen enorme Ressourcen, und die Sorge um Arbeitsplatzverluste durch KI nimmt zu. Ein finanzielles Mitspracherecht der Regierung könnte diese Bedenken entschärfen. Allerdings wirft der Vorschlag fundamentale Fragen auf: Soll der Staat Anteile an Technologieunternehmen besitzen, deren Produkte er gleichzeitig reguliert?

Umsetzung erfordert Kongress-Beschluss

Die Gespräche sind noch in einem frühen konzeptionellen Stadium. Sie laufen bereits seit über einem Jahr. Um den Plan umzusetzen, wäre ein Beschluss des US-Kongresses nötig. Das bedeutet, dass der Weg vom Vorschlag bis zur Umsetzung noch lang und unsicher ist. OpenAI lehnte eine Stellungnahme gegenüber der Financial Times ab. Das Weiße Haus hat ebenfalls noch nicht geantwortet.

Der Vorschlag baut auf einem früheren Konzept auf. Im April hatte OpenAI bereits einen Public Wealth Fund vorgestellt, der jedem Bürger einen Anteil an KI-getriebenem Wirtschaftswachstum geben sollte. Der jetzige Plan setzt dem erstmals konkrete Zahlen hinzu: 5 Prozent Anteil, gestaffelt auf alle großen KI-Unternehmen.

Was bedeutet das für den Börsengang?

OpenAI bereitet sich auf den Börsengang vor. Ein staatlicher Anteil vor dem IPO könnte die Bewertung beeinflussen. Analysten schätzen den Wert auf 852 Milliarden Dollar. Wenn der Staat 5 Prozent hält, würde das den Aktionärsstruktur eine neue Dimension hinzufügen. Andererseits könnte eine staatliche Beteiligung das Vertrauen der Investoren stärken, da sie impliziert, dass die Regierung ein Interesse am Erfolg des Unternehmens hat.

Allerdings gibt es auch Bedenken. Ein staatlicher Anteil bedeutet staatlichen Einfluss. Bei Themen wie Datenschutz, Zensur oder nationaler Sicherheit könnte die Regierung ihre Stimmrechte nutzen, um Entscheidungen zu beeinflussen. Die Grenze zwischen regulatorischer Aufsicht und unternehmerischer Mitbestimmung wird damit verwischt.

MB

Marcel Buchholz

Autor bei AIWavez. Die Zukunft von heute: Alles über Künstliche Intelligenz.