OpenAI baut ersten Hardware-Lautsprecher: ChatGPT zieht ins Wohnzimmer ein

von Marcel Buchholz 15. Juli 2026 3 Min. Lesezeit News

Bloomberg-Leak: OpenAIs erstes Gerät ist ein Lautsprecher ohne Bildschirm

OpenAI betritt die Hardware-Welt mit einem unerwarteten Gerät. Statt eines Smartphones oder einer Brille kommt ein Lautsprecher, der sich bewegen kann. Laut einem Bericht von Bloomberg arbeitet das Unternehmen an einem bildschirmlosen Smart-Home-Gerät, das als menschenähnlicher KI-Begleiter fürs Zuhause konzipiert ist. Das Gerät soll über eine Kamera und weitere Sensoren verfügen, um seine Umgebung zu verstehen. Zudem nutzt es persönliche Daten wie E-Mails, um proaktiv auf Nutzerbedürfnisse einzugehen.

Mechanische Elemente und Akku: Der Lautsprecher, der mitzieht

Was das Gerät von herkömmlichen Smart-Speakern unterscheidet, sind die mechanischen Komponenten. Bloomberg beschreibt das Produkt als ein Gerät mit Elementen, die sich selbst bewegen können, um eine menschenähnlichere Verbindung zu Nutzern herzustellen. Ein eingebauter Akku macht den Lautsprecher tragbar. Nutzer sollen ihn von der Küche zum Wohnzimmer mitnehmen können. Als Sprachmodul kommt GPT-Live zum Einsatz, die kürzlich vorgestellte Full-Duplex-Sprachschnittstelle von OpenAI.

Jony Ive und fünf weitere Geräte in Entwicklung

Hinter dem Design steht kein Geringerer als Jony Ive. Der ehemalige Apple-Chefdesigner wurde durch die 6,5 Milliarden Dollar teure Übernahme seines Unternehmens io Products Teil von OpenAI. Insgesamt arbeiten die Entwickler an etwa fünf Hardware-Produkten, darunter Wearables, Home-Robotik und möglicherweise ein Smartphone-Ersatz. Der Lautsprecher soll noch dieses Jahr vorgestellt werden, der Verkaufsstart ist für 2027 geplant. Allerdings könnte dieser Zeitplan noch ändern.

Apple-Klage bedroht die Hardware-Pläne

Die Timing-Frage ist allerdings brisant. Apple hat erst vergangene Woche OpenAI verklagt und wirft dem Unternehmen Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen vor. Apple spricht von Vertragsbruch durch ehemalige Mitarbeiter, die für OpenAIs Hardware-Abteilung arbeiten. Das Unternehmen fordert eine einstweilige Verfügung gegen die Hardware-Sparte. OpenAI bestreitet die Vorwürfe und erklärt, keine Beweise für die Klage zu sehen. Intern soll das Unternehmen davon überzeugt sein, dass das Produkt sich deutlich von Apples Angebot unterscheidet und keine Geschäftsgeheimnisse verletzt.

Smart-Home-Steuerung und persönlicher Assistent in einem

Funktional positioniert OpenAI das Gerät als Allrounder. Es soll Smart-Home-Geräte steuern, Medien abspielen, Fragen beantworten und auf Nachrichten reagieren. Der Clou liegt jedoch in der Personalisierung: Das Gerät lernt seine Nutzer im Laufe der Zeit kennen und wird proaktiver. Die Kamera dient nicht nur der Umgebungserkennung, sondern soll auch Objekte und Personen im Raum identifizieren. Bereits im Februar hatte The Information über ein ähnliches Gerät mit Kamera berichtet.

Wettbewerb mit Hark: Kapital für KI-Hardware fließt

OpenAI ist nicht allein in diesem Markt. Das KI-Startup Hark sammelte im Mai 700 Millionen Dollar in einer Series-A-Runde bei einer Bewertung von 6 Milliarden Dollar. Hark arbeitet an einem ähnlichen Konzept: proprietäre KI-Modelle gepaart mit eigener Hardware als universelle Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Dass Investoren Hunderte Millionen in eine Kategorie pumpen, bevor überhaupt Produkte ausgeliefert wurden, zeigt das Vertrauen in KI-Hardware als Zukunftsmarkt.

Datenschutz-Fragen bleiben offen

Ein Gerät mit Kamera und Zugang zu persönlichen Daten wirft Fragen auf. Wenn ein Lautsprecher E-Mails liest, die Umgebung scannt und sich selbst bewegt, sammelt es erhebliche Mengen sensibler Informationen. OpenAI hat bisher keine Angaben dazu gemacht, wie Datenspeicherung und Datenschutz funktionieren sollen. Angesichts der jüngsten Kontroversen um KI-Unternehmen und Datennutzung wird dies ein zentraler Prüfstein für die Markteinführung.

MB

Marcel Buchholz

Autor bei AIWavez. Die Zukunft von heute: Alles über Künstliche Intelligenz.