US-Senatoren aus beiden Lagern weisen Musks KI-Renten-Vision zurück
Elon Musk will, dass Amerikaner aufhören, für die Rente zu sparen. KI werde bald alles im Überfluss produzieren, sodass Geld keine Rolle mehr spiele. Doch im US-Kongress hagelt es Widerspruch aus beiden Parteien. Sogar Sam Altman, Chef von OpenAI, widerspricht Musk offen. Der Streit offenbart einen tiefen Riss in der Tech-Welt zwischen Wunschdenken und wirtschaftlicher Realität.
Musks These: Geld verliert 2036 seine Bedeutung
In einem Interview mit The Economist behauptete Musk kürzlich, dass Geld im Jahr 2036 keine Rolle mehr spielen wird. KI und Roboter produzierten bald mehr, als Menschen konsumieren könnten. Preise fielen, Knappheit verschwinde, und damit auch die Funktion von Geld als Tauschmittel. Er sprach von einem Zeitalter der Fülle, in dem Regierungen den Menschen direkte Zahlungen leisten könnten. Die Idee stammt aus den Post-Scarcity-Romanen des britischen Autors Iain M. Banks.
Doch Musk, der mit einem geschätzten Vermögen von über 1,1 Billionen Dollar der reichste Mensch der Welt ist, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass seine Vorhersage die Realität der meisten Menschen ignoriert. Zudem überrascht es, dass ausgerechnet Finanzminister Scott Bessent sich Musks Einschätzung anschloss und damit in Washington für Aufsehen sorgte.
Demokraten und Republikaner einig: Das ist realitätsfremd
Die Reaktion im Senat fiel vernichtend aus. Maria Cantwell, ranghöchste Demokratin im Handelsausschuss, nannte die Aussage schlichtweg realitätsfremd. Sie verwies auf die bereits bestehende Rentenlücke von Billionen Dollar, die weder durch KI noch durch Tech-Versprechen geschlossen werde. Wenn KI wirklich so intelligent sei, sollte sie doch helfen, die heutige Rentenkrise zu lösen, statt Zukunftsszenarien zu malen, so Cantwell.
Auch Republikaner zeigten kein Verständnis. John Boozman aus Arkansas erklärte, er verstehe nicht einmal, wovon Musk spreche. Pete Ricketts aus Nebraska, mit einem Privatvermögen von bis zu 293 Millionen Dollar einer der reichsten Senatoren, riet den Bürgern schlicht, weiter für die Rente zu sparen. Josh Hawley aus Missouri lachte auf die Frage, ob KI die Renten überflüssig machen werde, und sagte, er wäre schon zufrieden, wenn KI nicht einfach alle Jobs vernichte.
Hawley fordert Daten statt Versprechen
Hawley geht noch einen Schritt weiter. Gemeinsam mit dem Demokraten Mark Warner hat er den AI-Related Job Impacts Clarity Act eingebracht. Dieser Gesetzentwurf verpflichtet die Bundesregierung, detaillierte Daten darüber zu erheben, wie KI Arbeitsplätze, Löhne und Erwerbsbeteiligung tatsächlich beeinflusst. Hawley betonte, dass der Kongress derzeit völlig blind sei. Auf der einen Seite gebe es die Jubelrufer, die alles besser versprächen, auf der anderen die Skeptiker, zu denen er sich zähle.
Bisher gebe es keine Belege dafür, dass KI die Löhne steigere oder neue Beschäftigung schaffe, so Hawley. Erst wenn belastbare Daten vorlägen, könne man überhaupt anfangen, über die wirtschaftlichen Folgen zu diskutieren.
Sam Altman kontert: Geld wird auch 2036 noch zählen
Besonders bemerkenswert ist, dass ausgerechnet der Chef von OpenAI Musks Vision widerspricht. Sam Altman sagte auf die Frage nach Musks Vorhersage klar: Geld werde in zehn Jahren noch eine Rolle spielen. Seine größte Sorge bei KI sei nicht, dass sie zu wenig produziert, sondern dass Macht und Reichtum in den Händen weniger konzentriert würden. Niedrigere Produktionskosten garantierten noch keine fairere Verteilung. Wer die Maschinen besitze, streiche auch die Gewinne ein.
Altman hatte früher bedingungsloses Grundeinkommen unterstützt und eine Studie mitfinanziert, die zeigte, dass monatliche Zahlungen von 1.000 Dollar an einkommensschwache Amerikaner Stress und Nahrungunsicherheit deutlich verringern. Inzwischen setzt er eher auf kollektives Eigentum an den KI-generierten Gewinnen statt auf staatliche Transferzahlungen.
Ein Senator mit anderer Antwort: Bitcoin statt Dollar
Eine Sonderrolle nimmt Cynthia Lummis ein. Die republikanische Senatorin aus Wyoming, eine der bekanntesten Krypto-Befürworterinnen im Kongress, rät Amerikanern, Bitcoin zu sparen und Dollar auszugeben. Sie begründet das mit der Inflation, die den Wert ihrer eigenen Altersvorsorge seit den 1980er Jahren massiv dezimiert habe. Lummis plant, nach ihrem Ausscheiden aus dem Senat im Januar wieder Bitcoin zu kaufen.
Was bedeutet das für Deutschland?
Auch in Europa gewinnt die Debatte an Brisanz. Großbritanniens Investitionsminister Jason Stockwood erklärte im Financial Times, dass sein Land über ein bedingungsloses Grundeinkommen nachdenken müsse, um von KI verdrängte Arbeitnehmer aufzufangen. Das Institute for Fiscal Studies beziffert die Kosten auf über 267 Milliarden Dollar jährlich, mehr als das gesamte NHS-Budget.
In Deutschland stellt sich die Frage ähnlich. Während Tech-Milliardäre Post-Scarcity-Szenarien zeichnen, kämpfen Millionen Bürger mit steigenden Lebenshaltungskosten und einer wachsenden Altersarmut. Die KI-Revolution mag kommen. Aber bis sie die Lebensrealität der Mehrheit tatsächlich verbessert, dürften noch Jahrzehnte vergehen. Bis dahin gilt: Wer nicht spart, hat im Alter nichts.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und von einem Menschen redaktionell geprüft.