KI-Governance: Warum 72 Prozent der Unternehmen einer Illusion aufsitzen
72 Prozent der Unternehmen geben an, KI-Governance-Richtlinien zu haben. Doch eine neue Studie zeigt, dass die meisten dieser Richtlinien auf Sand gebaut sind. Denn nur ein Bruchteil der Unternehmen kann tatsächlich nachweisen, dass die Richtlinien auch umgesetzt werden. Die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist jedoch erschreckend groß.
Die Zahlen lügen nicht
Die Studie untersuchte über 1.000 Unternehmen weltweit. 72 Prozent gaben an, formale KI-Governance-Richtlinien zu besitzen. Jedoch konnten nur 18 Prozent nachweisen, dass diese Richtlinien in der Praxis angewendet werden. Der Rest besitzt Dokumente, die in Schubladen liegen.
Diese Diskrepanz ist kein Zufall. Viele Unternehmen erstellen Governance-Richtlinien, um regulatorischen Anforderungen zu genügen oder Investoren zu beeindrucken. Die tatsächliche Umsetzung erfordert jedoch Ressourcen, Fachwissen und kulturelle Veränderungen, die oft fehlen. Daher bleibt Governance auf dem Papier, während die Realität anders aussieht, wie auch Gartner bestätigt.
Warum Governance scheitert
Die Gründe für das Scheitern von KI-Governance sind vielfältig. Außerdem fehlt in vielen Unternehmen ein klares Verantwortungsprofil. Niemand ist explizit für die Einhaltung der Richtlinien zuständig. Zudem ändern sich die KI-Systeme schneller, als die Richtlinien aktualisiert werden können. Drittens mangelt es an Transparenz. Unternehmen wissen oft nicht, welche KI-Systeme überhaupt im Einsatz sind.
Dazu kommt ein kulturelles Problem. Governance wird häufig als Bremsklotz wahrgenommen, der Innovation behindert. Dabei ist gut umgesetzte Governance eigentlich ein Wettbewerbsvorteil. Sie schafft nämlich Vertrauen bei Kunden und Partnern und reduziert das Risiko teurer Fehlentscheidungen. Auch unser früherer Bericht zu KI-Governance zeigt dieses Problem.