Google launcht Deep Research Max
Künstliche Intelligenz soll Aufgaben übernehmen, die Menschen Stunden kosten. Genau das hat Google mit seinen neuen Deep-Research-Agenten im Sinn. Das Unternehmen launcht jedoch zwei autonom arbeitende Recherche-KI-Agenten. Sie können nämlich Informationen aus dem offenen Web und aus proprietären Unternehmensdatenquellen zusammenführen.
Zwei Agenten für unterschiedliche Fälle
Google unterscheidet bewusst zwischen zwei Produktstufen. Deep Research fungiert als schnelle Variante und ersetzt die Vorschau-Version aus Dezember 2025. Der Agent liefert Ergebnisse mit reduzierter Latenz und niedrigeren Kosten bei höherer Qualität. Entwickler können ihn direkt in interaktive Benutzeroberflächen einbetten. Etwa in Finanz-Dashboards, die komplexe analytische Fragen in Echtzeit beantworten.
Deep Research Max steht am anderen Ende des Spektrums. Dieser Agent nutzt sogenanntes Extended Test-Time Compute. Allerdings verbringt er mehr Rechenzeit damit, iterativ zu reasoning, zu suchen und die Ausgabe zu verfeinern. Daher empfiehlt Google ihn für asynchrone Hintergrund-Workflows. Analysten starten abends eine Serie von Due-Diligence-Reports und finden am nächsten Morgen vollständig ausgearbeitete Analysen vor.
MCP öffnet die Tür zu Firmendaten
Die folgenreichste Neuerung ist die Unterstützung des Model Context Protocol. MCP entwickelt sich jedoch zunehmend zum offenen Standard für die Anbindung von KI-Modellen an externe Datenquellen. Dank dieser Integration kann Deep Research nicht nur das öffentliche Web durchsuchen. Es kann außerdem private Datenbanken, interne Dokumentenrepositorys und spezialisierte Drittanbieter-Dienste abfragen. Ohne dass sensible Informationen ihre Quellumgebung verlassen müssen.
Google arbeitet dabei aktiv mit FactSet, S&P Global und PitchBook zusammen. Diese drei Unternehmen gehören zu den etablierten Datenanbietern, die Banken und Finanzdienstleister täglich nutzen. Ein Hedgefonds könnte Deep Research künftig parallel auf seine interne Deal-Flow-Datenbank und einen Finanzdaten-Terminal ansetzen.
Charts direkt in den Berichten
Die zweite wesentliche Neuerung betrifft die visuelle Ausgabe. Frühere Versionen von Deep Research erstellten ausschließlich Textberichte. Nutzer, die Visualisierungen benötigten, mussten jedoch Daten exportieren und Diagramme manuell erstellen. Die neuen Agenten generieren hingegen hochwertige Diagramme direkt innerhalb ihrer Berichte. Nicht als Screenshots, sondern als vollständig gerenderte Charts im Markdown-Output.
Für Finanz- und Beratungsprofis ist das folglich ein erheblicher Fortschritt. Auch unser Bericht zu Deep Research MCP zeigte, wie wichtig diese Integration ist.