Ab heute zählt jedes Token: GitHub Copilot stellt sein Abrechnungsmodell auf AI Credits um. Wer agentengestützte Sessions nutzt, muss mit höheren Kosten rechnen. Die Umstellung trifft Millionen Entwickler weltweit.
Was sich am 1. Juni ändert
Das bisherige System der Premium Request Units ist Geschichte. Stattdessen bezahlen Nutzer ab sofort nach tatsächlichem Token-Verbrauch. Ein AI Credit kostet 0,01 US-Dollar. Eingabe-, Ausgabe- und zwischengespeicherte Tokens werden separat berechnet. Die Modellwahl bestimmt dabei den Preis pro Million Tokens. So kostet GPT-5 mini als leichtgewichtiges Modell nur 0,25 Dollar pro Million Eingabe-Tokens, während GPT-5.5 als leistungsstärkstes Modell 5 Dollar für dieselbe Menge verlangt.
Warum GitHub das Modell umstellt
Copilot ist nicht mehr der einfache Code-Assistent von vor einem Jahr. Mittlerweile arbeiten Entwickler mit autonomen Sessions, die über Stunden laufen und ganze Repositorys durchsuchen. Solche agentengestützten Workflows verbrauchen deutlich mehr Rechenleistung als ein kurzer Chat. Unter dem alten Pauschalmodell kostete eine kurze Frage genauso viel wie eine mehrstündige Coding-Session. GitHub hat die steigenden Inferenzkosten bisher selbst getragen. Das alte Modell war daher nicht mehr tragbar.
Die Pläne im Überblick
Die Basispreise bleiben stabil. Copilot Pro kostet weiterhin 10 Dollar im Monat und umfasst 1.000 AI Credits. Pro+ bleibt bei 39 Dollar mit 3.900 Credits. Business-Kunden zahlen 19 Dollar pro Nutzer und erhalten 2.000 Credits. Enterprise liegt bei 39 Dollar mit 4.000 Credits. Wichtig: Code-Vervollständigungen und Next-Edit-Vorschläge bleiben auf allen Plänen kostenlos und verbrauchen keine Credits.
Allerdings entfällt die bisherige Fallback-Option. Wer sein Credit-Kontingent erschöpft, fällt nicht mehr auf ein günstigeres Modell zurück. Stattdessen stoppt die Nutzung, bis neue Credits zur Verfügung stehen. Business- und Enterprise-Kunden erhalten bis August 2026 übergangsweise zusätzliche Promo-Credits, bevor die Standard-Kontingente greifen.
Was Entwickler jetzt tun sollten
Wer regelmäßig agentengestützte Sessions nutzt, sollte sein Ausgabenlimit in den GitHub-Billing-Einstellungen setzen. Das verhindert unerwartete Rechnungen. Außerdem empfiehlt es sich, die modellspezifischen Preislisten zu prüfen, bevor man teure Modelle wie GPT-5.5 oder Claude Sonnet 4 für lange Sessions einsetzt. Entwickler mit harter Codierung auf bestimmte Modell-Strings müssen zudem die bevorstehenden Abschaltungen beachten: GPT-4.5 wird am 27. Juni eingestellt, GPT-4o folgt am 26. August.
Die Umstellung markiert einen Wendepunkt für KI-gestützte Entwicklung. Nutzer bezahlen erstmals den tatsächlichen Ressourcenverbrauch. Wer seine Workflows geschickt anpasst, kann Kosten sparen. Wer weiter wie gewohnt arbeitet, riskiert eine höhere Monatsrechnung.