Google hat Gemini 3.7 Flash veröffentlicht, nur drei Wochen nach dem Vorgänger 3.6 Flash. Das neue Modell zielt auf Entwickler und Unternehmen ab, die KI-Agenten im großen Maßstab einsetzen wollen. Außerdem halbiert Google vorübergehend die Token-Preise, um Konkurrenten wie Anthropic und OpenAI unter Druck zu setzen.
Sprunghafte Verbesserung bei Coding und Agenten
Gemini 3.7 Flash zeigt deutliche Fortschritte gegenüber dem Vorgänger. Auf dem FrontierCode-1.1-Benchmark springt die Punktzahl von 34,4 auf 43,6 Prozent. Damit überholt das Modell Claude Sonnet 5 mit 42,7 Prozent und GPT-5.6 Terra mit 41,3 Prozent. Auf DeepSWE v1.1, einem Test für langwierige Programmieraufgaben, klettert der Wert von 49,0 auf 65,3 Prozent. GPT-5.6 Terra bleibt jedoch vorn mit 69,6 Prozent.
Im Webentwicklungsbereich erreicht 3.7 Flash einen Elo-Score von 1588 auf Code Arena. Zum Vergleich: Claude Sonnet 5 kommt auf 1541, GPT-5.6 Terra auf 1523. Google betont, dass das Modell funktionalere Layouts und vollständigere Anwendungen in weniger Prompts generiert.
Unternehmens-Workflows als Schlüsselfeld
Besonders interessant fallen die Ergebnisse bei Automatisierungsaufgaben aus. Auf AutomationBench, der geschäftliche Workflows misst, erzielt Gemini 3.7 Flash 30,4 Prozent, während Claude Sonnet 5 nur auf 10,7 Prozent kommt. Bei der PDF-Verarbeitung erreicht das Modell 34,0 Prozent auf dem GDP.pdf-Test. Das sind Werte, die für Unternehmen relevant sind, die Dokumente auswerten, E-Mails verfassen oder Statusberichte aktualisieren müssen.
Google integriert 3.7 Flash sofort in Gemini Spark, seinen persönlichen KI-Assistenten für Pro- und Ultra-Abonnenten. Spark soll dadurch bei Wissensarbeiten und Google-Workspace-Aufgaben genauer arbeiten.
Halbe Token-Preise als Angriff auf die Konkurrenz
Bis Jahresende kostet Gemini 3.7 Flash 0,75 Dollar pro Million Eingabe-Token und 3,75 Dollar pro Million Ausgabe-Token. Ab dem 1. Januar 2027 verdoppeln sich die Preise auf 1,50 und 7,50 Dollar. Zum Vergleich: Claude Sonnet 5 verlangt 2 und 10 Dollar, GPT-5.6 Terra 2 und 12 Dollar. Google setzt also auf eine aggressive Einführungsstrategie.
Allerdings stellt sich die Frage nach den Gesamtkosten. Ein günstigeres Modell, das mehr Fehler macht und häufiger neu gestartet werden muss, kann am Ende teurer sein. Google argumentiert, dass 3.7 Flash weniger Eingriffe benötigt und präziser arbeitet. Unternehmen müssen das selbst in der Praxis prüfen.
Wo Gemini 3.7 Flash Schwächen zeigt
Nicht alle Benchmarks fallen zugunsten von Google aus. Auf Terminal-bench 2.1 liegt GPT-5.6 Terra mit 87,4 Prozent vorn, 3.7 Flash erreicht 85,8 Prozent. Bei Agent’s Last Exam, der Desktop-Aufgaben prüft, führt Claude Sonnet 5 mit 33,3 Prozent gegenüber 26,3 Prozent für 3.7 Flash. Das Modell ist also kein universeller Spitzenreiter, sondern ein starkes Preis-Leistungs-Angebot für spezifische Einsatzfälle.
Wo bleibt Gemini 3.5 Pro?
Die größte Frage bleibt offen: Wann kommt Gemini 3.5 Pro? Das Flaggschiff-Modell sollte ursprünglich im Juni erscheinen, fiel aber hinter interne Ziele zurück, besonders beim Coding. Reuters berichtete im Juli über Verzögerungen. Google trainiere bereits Gemini 4, heißt es. Die Neubesetzung der KI-Führung mit Demis Hassabis als Vorsitzendem und Koray Kavukcuoglu als operativem Chef könnte den Kurs ändern.
Gemini 3.7 Flash ist ab sofort über Google AI Studio, Android Studio und die Gemini API verfügbar. Unternehmen erreichen das Modell über die Enterprise Agent Platform.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und von einem Menschen redaktionell geprüft.