EU verschiebt und vereinfacht KI-Regeln und verbietet Nudification-Apps
Die EU hat sich auf weitreichende Änderungen am KI-Rechtsrahmen geeinigt. Mit dem sogenannten Digital Omnibus on AI werden Fristen für Hochrisiko-KI-Systeme verschoben und gleichzeitig neue Verbote für besonders problematische Anwendungen ausgesprochen.
Was sich bei den Fristen ändert
Der neue Omnibus-Behelf verschiebt die Umsetzungsfristen für Hochrisiko-KI-Systeme auf Ende 2027 beziehungsweise 2028. Unternehmen erhalten damit mehr Zeit, ihre KI-Systeme an die strengen Anforderungen des AI Acts anzupassen. Besonders kleine und mittlere Unternehmen sollen von der Verzögerung profitieren, weil sie oft nicht über die Ressourcen verfügen, um schnell genug compliant zu werden.
Die Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte bleibt davon jedoch unberührt. Ab August 2026 müssen Deepfakes und KI-Texte weiterhin als solche erkennbar gemacht werden. Diese Frist gilt als nicht verhandelbar, weil sie vor allem dem Verbraucherschutz dient.
Neues Verbot für Nudification-Apps
Zu den neu verbotenen KI-Anwendungen gehören sogenannte Nudification-Apps. Diese Programme wandeln Normalbilder von Personen in explizite Inhalte um. Solche Anwendungen sind in den vergangenen Jahren zu einem ernsthaften Problem geworden, weil sie häufig missbräuchlich eingesetzt wurden.
Das Verbot stellt eine der härtesten Maßnahmen im neuen Paket dar. Betroffene Personen hatten bisher kaum rechtliche Möglichkeiten, gegen die Verbreitung solcher Bilder vorzugehen. Die EU geht nun einen Schritt weiter und verbietet nicht nur die Verbreitung, sondern auch die Entwicklung und den Betrieb solcher Anwendungen, wie auch Reuters berichtet. Auch unser Bericht zu KI-Governance beleuchtet dieses Thema.