Anthropic sichert sich Rechenleistung von einem Unternehmen, das erst vor wenigen Monaten gegründet wurde. Der 10-Milliarden-Dollar-Deal mit Volta Infra zeigt, wie verzweifelt KI-Firmen nach Computing-Kapazität suchen.
Der Claude-Hersteller Anthropic hat einen Sechs-Jahres-Vertrag über 10 Milliarden Dollar mit Volta Infra Holdings geschlossen, einem Cloud-Start-up, das Anfang 2026 gerade erst gegründet wurde. Die Rechenleistung kommt aus einem Rechenzentrum im norwegischen Tydal, das vom Bitcoin-Miner Bitdeer betrieben wird und mit Nvidias neuesten Vera-Rubin-Chips bestückt ist. Volta selbst hat erst an diesem Dienstag 300 Millionen Dollar Risikokapital eingesammelt, bei einer Bewertung von 2,4 Milliarden Dollar.
Ein Start-up als Milliarden-Kunde
Was diesen Deal besonders macht, ist das Ungleichgewicht zwischen den Parteien. Anthropic verpflichtet sich zu Zahlungen in Höhe von 10 Milliarden Dollar an ein Unternehmen, das kaum älter als ein paar Monate ist. Volta wurde von ehemaligen Brookfield-Managern gegründet und bietet KI-Rechenleistung sowie Finanzierung für teure Chip-Geschäfte an. Neben Andreessen Horowitz und Altimeter Capital haben auch Nvidia selbst und Michael Dell investiert. Nvidia ist damit gleichzeitig Investor, Chip-Lieferant und Profiteur des Geschäfts.
Rechenleistung als Flaschenhals
Anthropic beschafft sich Computing-Kapazität inzwischen überall, wo es sie findet. Amazon hat bis zu 25 Milliarden Dollar investiert und liefert einen großen Teil der Rechenleistung. AMD steuert 5 Milliarden Dollar und zwei Gigawatt GPU-Leistung bei. Google und Broadcom sichern einen weiteren Megadeal mit einem Run-Rate-Volumen von 30 Milliarden Dollar. CoreWeave, Akamai und sogar SpaceX stehen ebenfalls auf der Lieferantenliste. Zusätzlich führt Anthropic Gespräche mit Meta über einen weiteren 10-Milliarden-Deal.
Kreislauf der Abhängigkeiten
Kritiker warnen vor einem sich selbst verstärkenden Kreislauf. Chip-Hersteller und Cloud-Anbieter finanzieren zunehmend die Kunden, die ihre Produkte kaufen. Wenn die KI-Nachfrage nicht wie erhofft steigt, könnten Verluste durch diese verzweigten Abhängigkeiten verstärkt werden. Blackstone erkundet zudem bereits ein zweites Milliarden-Schuldpaket für Anthropic-Chips von Google, das den bisherigen 35-Milliarden-Dollar-Deal übertreffen könnte. Volta ist ein anschauliches Beispiel: Nvidia investiert in das Start-up und liefert gleichzeitig die Chips, die Volta an Anthropic vermietet.
Bitdeer profitiert sofort
Für den Bitcoin-Miner Bitdeer ist der Deal ein Weg, ungenutzte Kapazitäten zu monetarisieren. Das Rechenzentrum in Norwegen liefert 133 Megawatt, und Bitdeer plant zusätzlich die Umwandlung von Krypto-Standorten in Texas, Tennessee und Washington für KI-Anwendungen. Die Aktie stieg nach der Ankündigung um fast 14 Prozent.
Warum Anthropic das Risiko eingeht
Diversifizierung ist die einfache Antwort. Wenn kein einzelner Anbieter die Nachfrage befriedigen kann, verteilt Anthropic seine Arbeitslasten auf mehrere Partner. Das verringert die Abhängigkeit von einzelnen Firmen wie Amazon oder Google und gibt gleichzeitig Verhandlungsmacht bei Preisen. Allerdings birgt die Entscheidung erhebliche Risiken. Volta muss erst noch beweisen, dass es die versprochene Infrastruktur zuverlässig liefern kann. Anthropic wettet darauf, dass ein Start-up auf Höhe etablierter Cloud-Anbieter performt. Ob diese Wette aufgeht, wird die nächsten Jahre zeigen.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und von einem Menschen redaktionell geprüft.