Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, zieht alle Register. Das Unternehmen will 80 Milliarden Dollar frisches Kapital einsammeln, um seine KI-Infrastruktur massiv auszubauen. Der Schritt zeigt deutlich, wie extrem kapitalintensiv das aktuelle Rennen um Künstliche Intelligenz geworden ist. Zudem springt ausgerechnet Berkshire Hathaway als Großinvestor ein und zeichnet 10 Milliarden davon.
Warum Alphabet so viel Geld braucht
Die Nachfrage nach KI-Dienstleistungen übersteigt das verfügbare Angebot bei Weitem. Das betonte Alphabet in seiner offiziellen Mitteilung ausdrücklich. Sowohl Unternehmen als auch Konsumenten fragen Googles KI-Lösungen stärker nach, als die aktuelle Infrastruktur bewältigen kann. Deshalb investiert der Konzern in Rekordtempo. Bereits im April hatte Alphabet seine Prognose für Kapitalaufwendungen in diesem Jahr auf 180 bis 190 Milliarden Dollar angehoben.
Berkshire Hathaway steigt bei Alphabet ein
Besonders bemerkenswert ist die Beteiligung von Berkshire Hathaway. Warren Buffetts Investmentgesellschaft investiert 10 Milliarden Dollar direkt in Alphabet. Zuvor hatte Berkshire bereits im dritten Quartal 2025 eine Position im Wert von rund 20 Milliarden Dollar aufgebaut. Die neue Investition festigt diese Währung und sendet ein klares Signal: Selbst der notorisch technologie-skeptische Buffett erkennt das Potenzial von KI-Infrastruktur.
Wie sich die 80 Milliarden zusammensetzen
Die Kapitalbeschaffung folgt einem mehrstufigen Plan. Zunächst platziert Alphabet 30 Milliarden Dollar über underwritete Emissionen, davon 15 Milliarden in wandelbaren Vorzugsaktien. Daneben läuft ein At-the-Market-Programm über 40 Milliarden Dollar für Klasse-A- und Klasse-C-Aktien, das im dritten Quartal starten soll. Hinzu kommt die Private Placement von 10 Milliarden Dollar mit Berkshire Hathaway. Goldman Sachs, JPMorgan Chase und Morgan Stanley begleiten die Transaktion.
Der größte Kapitalbeschaffungsrahmen der KI-Geschichte
Noch nie hat ein Technologieunternehmen in einem einzigen Schritt so viel Kapital für KI aufgenommen. Allein die vier größten Hyperscaler Alphabet, Microsoft, Meta und Amazon werden dieses Jahr voraussichtlich zusammen mehr als 700 Milliarden Dollar für Kapitalaufwendungen ausgeben. Analysten schätzen, dass die gesamten KI-Investitionen bereits 2027 die Billionen-Dollar-Marke überschreiten könnten. Alphabet hatte bereits im Februar über 30 Milliarden Dollar über den Anleihemarkt eingesammelt, im europäischen Markt weitere 11 Milliarden und im vergangenen November 25 Milliarden Dollar.
Aktienkurs reagiert verhalten
Obwohl die KI-Strategie überzeugt, reagierte der Markt zurückhaltend. Alphabets Aktie gab im nachbörslichen Handel leicht nach. Die Begründung dafür liegt auf der Hand: Die erhebliche Verwässerung durch neue Aktien und Vorzugsaktien drückt den Wert bestehender Anteile. Gleichzeitig hat sich der Aktienkurs im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt und die anderen Megacap-Werte hinter sich gelassen. Investoren honorieren die KI-Investitionen und die daraus resultierenden Erträge, insbesondere durch die Gemini-Modellverbesserungen.
Was der Schritt für die KI-Branche bedeutet
Alphabets Finanzierungsoffensive ist nicht isoliert zu sehen. Das Unternehmen befindet sich in einem erbitterten Wettlauf um Rechenleistung. CEO Sundar Pichai formulierte es kürzlich deutlich: Was ihn nachts wachhält, sei die Frage nach ausreichender Rechenkapazität. Energie, Land und Lieferkettenengpässe bilden die Flaschenhälse. Wer diese Engpässe am schnellsten überwindet, gewinnt den Zugang zur nächsten Generation von KI-Modellen. Die 80 Milliarden Dollar sind deshalb weniger eine Investition als eine Versicherung auf Zukunftsmärkte.