Mehr als 500 US-Gemeinden haben den Bau neuer KI-Rechenzentren verboten oder eingeschränkt. Allein im Juli 2026 erließen über 150 Kommunen entsprechende Beschränkungen. Der Widerstand gegen die Stromfresser wächst rasant und quer durch alle Parteien.
Von lokalem Zank zur bundesweiten Bewegung
Was mit einzelnen Baugenehmigungs-Streitigkeiten begann, ist inzwischen zur landesweiten Gegenbewegung geworden. New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul unterzeichnete am 14. Juli die Executive Order 62. Sie friert Umweltgenehmigungen für Rechenzentren ab 50 Megawatt für ein Jahr ein. New York ist damit der erste Bundesstaat, der selbst die Bremse zieht.
Texas zog mit einer weicheren Maßnahme nach. Gouverneur Greg Abbott stoppte die Genehmigung neuer Projekte, bis Audits zu Strom- und Wasserverbrauch vorliegen. Ein festes Ende gibt es nicht. Landwirtschaftskommissar Sid Miller nannte die Anweisung all hat and no cattle und forderte eine Sondersitzung des Parlaments.
71 Prozent der Amerikaner sagen Nein
Eine Gallup-Umfrage, die CNN zitiert, bringt es auf den Punkt: 71 Prozent der US-Bürger lehnen Rechenzentren in ihrer Nähe ab. Die Gründe sind vielfältig. Netzauslastung, Wasserverbrauch, Lärm und Flächenversiegelung eint Konservative und Progressive gleichermaßen.
Ein Beispiel verdeutlicht die Dimension. Amazon errichtet in Pecos County, Texas, ein Gaskraftwerk für einen einzelnen Campus. Die Genehmigung erlaubt bis zu 7,65 Gigawatt und 33 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Damit würde die Anlage zum schmutzigsten Kraftwerk des Landes. Amazon betont, dass die Stromkosten für texanische Familien nicht steigen werden.
Über 50 Projekte bereits gestrichen
Heatmap News zählt mehr als 50 abgesagte Rechenzentren in diesem Jahr. Das ist mehr als doppelt so viele wie 2025 im gleichen Zeitraum. In umkämpften Regionen scheitern 71 Prozent der Anträge in Michigan und 56 Prozent in Indiana. Die Raten beschleunigen sich, wie Peter Freed, ehemaliger Meta-Energiestrategie-Direktor, betont.
Zudem haben sich die Widerstände professionalisiert. Aus einzelnen Zonenstreitigkeiten sind landesweite Strategien geworden. Der Maryland Tech Council warnt allerdings, dass die Ängste oft übertrieben seien und warnt davor, eine generationale Chance zu verspielen.
Der Engpass verlagert sich
Allerdings sind Baubeschränkungen nicht einmal das größte Hindernis. Goldman Sachs erwartet, dass nur etwa die Hälfte der bis 2028 geplanten KI-Kapazität rechtzeitig ans Netz geht. JPMorgan meldet, dass 60 Prozent der für 2027 geplanten Kapazität noch nicht einmal mit dem Bau begonnen haben. Transformatoren, Chips und Fachkräfte fehlen gleichermaßen.
Darin liegt die eigentliche Verschiebung. Der knappe Faktor ist nicht mehr Rechenleistung oder Stromverträge. Es ist der Ort, an dem überhaupt noch gebaut werden darf. Das ist eine Warnung an Hyperscaler und KI-Labore gleichermaßen: Skalierung als Burggraben funktioniert nur, solange jemand den Beton gießen lässt.
Dabei hatte alles so hoffnungsvoll begonnen. Noch vor kurzem senkten KI-Rechenzentren die Strompreise und vier Bundesstaaten strichen Steuervorteile. Nun kippt das Pendel in die Gegenrichtung. Auch Texas hatte bereits 474 Gigawatt angemeldet, die das Stromnetz überfordern würden.
Washington zieht in die entgegengesetzte Richtung. Präsident Trump nannte Rechenzentren größer als Öl und unterschrieb Verfügungen zur Beschleunigung. Ein bundeseigener Beschleuniger prallt nun auf lokale Bremsen. Wer am Ende gewinnt, ist offen.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und von einem Menschen redaktionell geprüft.